Schätzung der Mietwagenkosten auf Basis der SchwackeListe

Schätzung der Mietwagenkosten auf Basis der SchwackeListe


Zur Bestimmung der erforderlichen Mietwagenwagenkosten kann der SchwackeListe Automietpreisspiegel angewendet werden, so das Amtsgericht Wetter in seinem Urteil vom 06.01.2017 (9 C 156/16).

Laut Amtsgericht durfte der Geschädigte davon ausgehen, dass es sich bei den in Aussicht gestellten Mietwagenkosten gemäß SchwackeListe Automietpreisspiegel um anerkannte Preise handelt. Ebenso musste sich der Geschädigte auch nicht auf einen anderen von der Haftpflichtversicherung vorgeschlagenen Mietpreisspiegel verweisen lassen, da bereits höchstrichterlich entschieden wurde, dass die SchwackeListe eine geeignete Grundlage zur Schätzung der Mietwagenkosten  bildet. Auch die von der Beklagtenseite aufgeführten günstigeren Internet-Angebote waren nicht verwendbar, da es nicht ersichtlich ist, ob diese Tarife die konkrete Anmietsituation zum damaligen Unfallzeitpunkt widerspiegeln. Der Geschädigte musste sich allerdings ersparte Eigenaufwendungen anrechnen lassen, da er ein klassengleiches Ersatzfahrzeug angemietet hatte. Im konkreten Fall wurde das Fahrzeug über 800 km genutzt. Laut Amtsgericht sind die dadurch entstandenen ersparten Eigenkosten mit 10% der Mietwagenkosten zu würdigen.

Das Gericht hatte außerdem zu beurteilen, ob die vom Kläger geltend gemachten restlichen Sachverständigengebühren zu begleichen sind. Dem Geschädigten konnte kein Verstoß gegen seine Schadenminderungspflicht nachgewiesen werden. Für den Geschädigten war es nicht ersichtlich, ob sich das geringfügig abweichende Sachverständigenhonorar noch in einem angemessen Rahmen verhält. Eine weitere Erkundungspflicht bestand daher nicht – die Sachverständigengebühren waren vollständig zu erstatten.


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