Anwendung der SchwackeListe zur Schätzung der Mietwagenkosten

Anwendung der SchwackeListe zur Schätzung der Mietwagenkosten


Das Amtsgericht Stuttgart schätzt die Mietwagenkosten nach dem SchwackeListe Automietpreisspiegel – Urteil vom 28.04.2017 (44 C 2984/16).

In einem Rechtsstreit über restliche Schadenersatzansprüche aus mehreren Ersatzwagen-Anmietungen nach Verkehrsunfällen, schätzt das Amtsgericht die ortsüblichen Normaltarife anhand der SchwackeListe.

Das Gericht begründet seine Entscheidung damit, dass es sich hier bei der Datenerhebung um eine genauere geografische Differenzierung durch die  Auswertung von dreistelligen Postleitzahlengebiete handelt. Demgegenüber steht die Beobachtung des Fraunhofer-Instituts bei nur maximal zwei Postleitzahlenbereichen, die sich hauptsächlich auf Internetportale mit verbindlicher Buchungsmöglichkeit beziehen.

Die Beklagtenseite konnte keine konkreten  Mängel an der Schwacke-Erhebungsmethode aufzeigen. Auch die eingereichten zeitlich begrenzten Angebote einer Autovermietung fanden keine Anerkennung, da das Mietende und somit die Anmietdauer nach einem Verkehrsunfall ungewiss ist. Ebenso fehlten konkrete Informationen zur Kilometerregelung.

Die im vorliegenden Fall angefallenen Nebenkosten wie Zustell- und Abholgebühren, Aufpreis Winterbereifung, Navigationssystem und Zusatzfahrer waren ebenfalls erstattungsfähig.

Die Geschädigten überbrückten die unfallbedingte Ausfallzeit durch die Anmietung eines Ersatzfahrzeuges und schonten dabei ihren eigenen Wagen.

Diesen Vorteil (ersparte Eigenkosten) würdigt das Amtsgericht bei Anmietung eines klassengleichen  Mietwagens mit einem Abzug von 10 % der Mietwagenkosten (ohne Nebenkosten).

 


Ähnliche Artikel